| Was Sie bestimmt
schon immer wissen wollten...
Martini Cocktails
1933wurde mit Martinis im Weißen Haus das Ende der Prohibition gefeiert.
Der Martini gilt als Inbegriff des bürgerlichen, städtischen, säkularen Amerika.
Ernest Hemingway begleitete bei der Rückeroberung von Paris 1944 einen
Amerikanischen Vorstoßtrupp. Man erzählt sich, dass man, als die von den Deutschen geräumte Stadt vorgefunden wurde, in der Bar vom Hotel Ritz mit Reichlichen Martinis Feierte.
Auf der Konferenz von Jalta 1945 hatte Roosevelt einen Koffer mit Barmix-Zubehör dabei, um auf seine Dirty Martinis nicht verzichten zu müssen.
``I love to drink martinis.
Two at the very most,
Three I’m under the Table.
Four I’m over the host!’’
(Dorothy Parker)
Der Ursprung dieses Getränks ist unbekannt. Oft wird die Erfindung einem Barmixer namens Martinez Zugeschrieben. Zumindest erwähnt der Bar-Tenders Guide von Jerry Thomas aus dem Jahre 1862 einen Martines Cocktail, der im Wesentlichen aus Gin, Wermut und Eis geschüttelt wird.
Carpaccio
Schon zur Vorspeise die Erinnerung daran, dass wir zum Vegetarier
geboren, zum Karnivoren geworden sind und deshalb bestellen:
Hauchdünne Ahnungen von rohem Fleisch, mit frischem Pfeffer beschwert
und mit Zitrone erweicht, die auf der Zunge zergehen mögen. Nur
Parmesan darüber wäre auch genug. Carpaccio ist die mediterrane
Antwort auf japanische Feinstschnittechnik. Kreative Köche versuchen
sich inzwischen mit Schnitten an allerlei Fleischarten wie Kalb,
mariniertem Lamm und auch an Lachs, Fisch und Gemüse.
Erfunden hat die Vorspeise Giuseppe Cipriani erst 1950 in "Harry’s
Bar" in Venedig, weil der Arzt einem Stammgast gekochtes Fleisch
verboten hatte. Ciprianis Improvisation wurde schnell weltberühmt,
auch weil er das Rezept klangvoll nach dem Renaissance-Maler Vittore
Carpaccio (warscheinlich 1455-1526) benannt hatte (sein Diätgast,
die Comtessa Amalia Nani Mocinego, hatte ihn dankenswerterweise
nicht zur Namensgebung inspiriert).
Carpaccio aus Seafood gab es erstmals 1986 bei Gilbert Le Coze in
seinem New Yorker "Le Bernardin". Als Rohgenuß ähnelte
dies dem japanischen "Sashimi".
Clicquot
Madame wurden 80 Jahre alt (die
Witwe Veuve Moet sogar 90),
unsterblich aber bleibt sie, weil sie die Champagnerherstellung
erstmals auf den Kopf (franz. sur point) stellte: Durch häufiges
Rütteln per Hand und Drehen (franz. remuage) konnte sich das Depot
am Korken sammeln und durch Korkwechsel entfernt werden (franz.
degorgement).
Witwe (franz. veuve) Nicole-Barbe „Klicko“ geb. Ponsardin (1777-1866),
hatte sich mit dieser Champagnermethode um die glänzende wie perlende
Zukunft des "Schampus" verdient gemacht.
Tiramisu
Kalorienreiche italienische Nachspeise
(ital. = zieh mich hoch, richte mich auf) aus Eigelbschaum mit Mascarpone
samt Espresso und "Grand Marnier" oder Amaretto auf einer
Ricotta-Schicht voller kaffeedurchtränkter Löffelbiskuits unter
kakaoüberpuderter Creme.
Das hinreißende dolce (ital. = Süßspeise, Dessertgang) wurde erst
in den 1960er Jahren im Restaurant "El Toula" in Treviso
kreirt und als Neuschöpfung ein internationaler Klassiker, manchmal
eine besondere Raffinesse mit einem Hauch von "Marsala".
Enthält ein Tiramisu zufiel "Marsala" dankt man dem Koch
für das buttamigiu (ital.= hau mich um).
|